Warum wir niemals einen Wohnwagen kaufen würden! Mit Kostenvergleich

In der Corona-Zeit hat der Urlaub mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Camping-Bus einen wahren Boom erlebt. Viele haben das gesparte Geld in die neue Art des Urlaubs investiert. Wir sind seit Jahren VW Bus-Liebhaber mit eigenem Ausbau. Allerdings kommt der Kauf eines Wohnwagens für uns nicht infrage. Die Gründe…

Wie sieht unser Urlaubs-Profil aus?

Bevor wir eine Kostenbetrachtung angehen, sind die Grundlagen wichtig für den Vergleich. Und die wichtigste Basis ist das Nutzungs- bzw. Urlaubsprofil. In der Regel machen wir einmal im Jahr einen sehr langen Urlaub. Oftmals geht die Reise dann in eines oder mehrere der südlichen Länder. Wir gehen in der Regel davon aus, dass wir so ca. 15 -21 Tage Urlaub machen. Und eigentlich immer steuern wir einen Campingplatz an.

Außerdem sind wir 1 – 3 Mal mit dem Bulli auf dem Campingplatz an der Nord- oder Ostsee. Ansonsten machen wir viele Tagesaktivitäten, wo die Übernachtungsmöglichkeit allerdings nicht fahrbar sein muss, sondern an unserem Wohnort fest steht.

Basis für die Berechnung

Für die Betrachtung der Anschaffung oder Miete eines Wohnwagen kommt somit der lange Urlaub im Sommer infrage. Die Wochenend-Trips lasse ich erst einmal außer acht, da wir mit dem Bulli für ein paar Tage gut gerüstet sind. Demnach nehmen wir mal die jetzige Reise von 21 Tagen für die weitere Kalkulation an.

Welche Mietkosten haben wir für einen Wohnwagen?

Wir mieten unseren Wohnwagen – nach den guten Erfahrungen mit dem Wohnmobil im letzten Jahr – beim Freizeit-Center Albrecht. Für die Miete fallen folgende Kosten an:

Miete Wohnwagen1.365,00 €
Zusatzleistungen149,00 €
abzüglich Rabattierung (Frühbucher, Mietlänge, Kundenkarte)11%
Gesamtmietpreis1.500,00 €
Versicherung zur Reduzierung der Selbstbeteilung von 1.500 € auf 200 €206,01 €
Gesamtpreis1.706,01 €

Somit beträgt der Gesamtmietpreis 1.796,01 € für 21 Tage.

Das ist dann natürlich nicht der Preis für die gesamte Reise, da wir noch zusätzlich Sprit, Campingplatzgebühren, Mautgebühren und so weiter zahlen müssen. Allerdings hätten wir diese Kosten auch bei einem eigenen Wohnwagen, sodass diese Kosten nicht berücksichtigt werden.

Kosten für den Erwerb und Unterhaltskosten für den Wohnwagen

Betrachtet man nun die Kosten für den Erwerb sind auch noch die Unterhaltskosten für den eigenen Wohnwagen zu betrachten. Der Kaufpreis für den Wohnwagen LMC Style 540 K würde beim Händler 23.500€ betragen, wie wir ihn gerne hätten.

Wir finanzieren das Fahrzeug beispielhaft auf 10 Jahre. Tilgung und Zinsen würden bei einem Kreditvertrag mit 6% Zinsen ca. 3.130,80 € betragen.

Unterhaltungskosten kommen beim Kauf hinzu. Folgende Kosten berücksichtigen für den Unterhalt:

  • Steuern, Versicherung
  • Stellplatz
  • Wartung

Somit kommen folgende Kosten bei Kauf eines Wohnwagens zu:

Jährliche Tilgung / Zinsen3.130,00 €
Steuern (Quelle: camperwelten.com)74,00 €
Stellplatz400,00 €
Wartung, Prüfung, etc. mit 2,5% vom Wohnwagenwert587,50 €
Gesamtkosten pro Jahr4.191,00€

Vergleich von Miete und Kauf

Stellt man nun die Gesamtkosten für die Miete oder den Kauf eines Wohnwagens gegenüber, lässt sich ein Sieger klar erkennen. Die Mietkosten stehe mit 1.706 € den Kosten für den Besitz eines Wohnwagen mit 4.191 € gegenüber.

Bei dem Kauf muss man aber auch den Wert berücksichtigen, der vorhanden ist. Man hier etwas weniger als 8% Wertverlust pro Jahr annehmen. (Quelle: autoscout24.de) Dann kommen wir auf einen Restwert von ca. 12.000€ nach 10 Jahren Besitz.

Nach 10 Jahren kommt man somit auf 17.060 € Mietkosten und 29.910 € Kaufkosten nach Abzug des Restwertes.

Limitierung der Berechnung

Die Grenzen der Berechnung ergeben sich aus zwei wesentlichen Parametern. Zum einen ist das Urlaubsprofil relevant für die Kostenbetrachtung bei der Miete. Nutzt man den Wohnwagen öfters, steigen auch die Kosten signifikant. Gerade Kurztrips werden bei dem Vermieter teuer, da beispielsweise immer 149,00 € Dienstleistungsgebühren fällig werden.

Weiterhin werden in der Berechnung Pauschalsätze berücksichtigt, die von dem Einzelfall abweichen können. Und außerdem muss nicht jeder einen Stellplatz mieten. Auch hier lässt sich bares Geld sparen, wenn man den Wohnwagen auf dem eigenen Grundstück abstellen kann.

Unser Fazit

Wenn man diese Berechnung sich anschaut macht der Kauf eines Wohnmobils für uns einfach keinen Sinn. Natürlich nur, wenn sich unser Nutzungsverhalten sich nicht ändert. Einige Camper berichten, dass sie öfters unterwegs sind und dadurch würden sich die Mietkosten natürlich stark ändern. Allerdings glauben wir nicht, dass sich unser Nutzungsverhalten stark verändern würde.


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